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Weihnachten steht für den Schweizer Detailhandel unter guten Vorzeichen. Denn mit steigender Beliebtheit von Aktionstagen wie dem Black Friday oder dem Cyber Monday erstreckt sich die Konsumlaune inzwischen über einen weiteren Monat, was den Umsatz steigert.
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310 Franken beträgt der durchschnittliche Betrag, den man hierzulande in diesem Jahr für Weihnachtseinkäufe ausgeben will. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Plus von 14 Prozent und ein neues Rekordniveau, wie eine Umfrage des Beratungsunternehmens EY unter 400 Konsumenten ergab. Eine weitere Umfrage unter 811 Personen im Auftrag von Alix Partners kam hingegen zu einem «stabilen Budget» im Vergleich zu 2017.

Aktionstage sorgen für Konsumlaune

Die von der Nachrichtenagentur AWP befragten Experten meinen, dass die inzwischen etablierte Praxis der Aktionstage vor Weihnachten dazu führe, den Konsum am Ende des Jahres zu stimulieren: «Die Euphorie hat sich von den USA in die Schweiz ausgebreitet und wird sich auch auf Weihnachten auswirken», sagte etwa Daniel Maier, Analyst und Detailhandelsspezialist bei Vontobel. In den USA gebe es Schätzungen, wonach die Online-Verkäufe während des Black Fridays und des Cyber Mondays zu einem Umsatzwachstum von rund einem Fünftel im Vergleich zum Vorjahr führen könnten. In der Schweiz hat das Marktforschungsinstitut GfK berechnet, dass rund ein Drittel der Konsumenten an diesen Aktionstagen durchschnittlich 300 Franken ausgegeben hat. Ob die dann erstandenen Schnäppchen bereits für Weihnachten zurückgelegt werden, oder ob die Konsumenten gegen Jahresende nochmals kräftig zugreifen, bleibt aber offen. «Wir gehen davon aus, dass ein kleiner Teil des Weihnachtseinkaufs bereits am Black Friday stattfindet», meinte ein Sprecher von Manor. Laut GfK könne aber festgestellt werden, dass gezielte Werbeaktionen nach wie vor Auswirkungen auf die Konsumenten haben. Beispielsweise in Form von Impulsivkäufen. «Wie hoch der Anteil der Black-Friday-Käufe genau ist, kann aber nicht exakt berechnet werden», so der Manor-Sprecher weiter. Unter dem Strich gehe die Rechnung solcher Aktionstage aber auf.

Hoffnung auf starkes Weihnachtsgeschäft

Dass solche Kaufentscheide den Umsatz aber nachhaltig steigern, darf bezweifelt werden. In den ersten neun Monaten des Jahres stieg der Detailhandelsumsatz in der Schweiz zwar leicht um 0,3 Prozent an. Während der Trend im Lebensmittelsektor zudem stabil oder sogar eher positiv ist, sind die meisten Non-Food-Bereiche gemäss den Zahlen von GfK allerdings rückläufig. Dies dürfte sich auch zum umsatzstarken Jahresende hin nicht grundlegend ändern: «Weihnachten ist für Viele eine Gelegenheit, qualitativ bessere Produkte zu konsumieren, zum Beispiel teureres Fleisch», sagte ein Migros-Sprecher. Und das «In-Store Erlebnis» ist trotz der Menschenmassen in der Regel immer noch wichtig. «Weihnachten ist ein traditioneller Feiertag und das Konsumentenverhalten bleibt relativ konstant», hiess es vom Konkurrenten Coop. Die Hoffnung für Detailhändler auf ein starkes Weihnachtsgeschäft bleibt aber bestehen. Vor allem weil der 24. Dezember auf einen Montag fällt, haben die meisten Kunden am letzten Wochenende vor den Feiertagen nochmals genügend Zeit, um tief in die Taschen zu greifen und Geschenke und Lebensmittel zu kaufen. (SDA/Olivier Petitjean, AWP)

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310 Franken beträgt der durchschnittliche Betrag, den man hierzulande in diesem Jahr für Weihnachtseinkäufe ausgeben will. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Plus von 14 Prozent und ein neues Rekordniveau, wie eine Umfrage des Beratungsunternehmens EY unter 400 Konsumenten ergab. Eine weitere Umfrage unter 811 Personen im Auftrag von Alix Partners kam hingegen zu einem «stabilen Budget» im Vergleich zu 2017.

 

Aktionstage sorgen für Konsumlaune

Die von der Nachrichtenagentur AWP befragten Experten meinen, dass die inzwischen etablierte Praxis der Aktionstage vor Weihnachten dazu führe, den Konsum am Ende des Jahres zu stimulieren: «Die Euphorie hat sich von den USA in die Schweiz ausgebreitet und wird sich auch auf Weihnachten auswirken», sagte etwa Daniel Maier, Analyst und Detailhandelsspezialist bei Vontobel. In den USA gebe es Schätzungen, wonach die Online-Verkäufe während des Black Fridays und des Cyber Mondays zu einem Umsatzwachstum von rund einem Fünftel im Vergleich zum Vorjahr führen könnten. In der Schweiz hat das Marktforschungsinstitut GfK berechnet, dass rund ein Drittel der Konsumenten an diesen Aktionstagen durchschnittlich 300 Franken ausgegeben hat. Ob die dann erstandenen Schnäppchen bereits für Weihnachten zurückgelegt werden, oder ob die Konsumenten gegen Jahresende nochmals kräftig zugreifen, bleibt aber offen. «Wir gehen davon aus, dass ein kleiner Teil des Weihnachtseinkaufs bereits am Black Friday stattfindet», meinte ein Sprecher von Manor. Laut GfK könne aber festgestellt werden, dass gezielte Werbeaktionen nach wie vor Auswirkungen auf die Konsumenten haben. Beispielsweise in Form von Impulsivkäufen. «Wie hoch der Anteil der Black-Friday-Käufe genau ist, kann aber nicht exakt berechnet werden», so der Manor-Sprecher weiter. Unter dem Strich gehe die Rechnung solcher Aktionstage aber auf.

 

Hoffnung auf starkes Weihnachtsgeschäft

Dass solche Kaufentscheide den Umsatz aber nachhaltig steigern, darf bezweifelt werden. In den ersten neun Monaten des Jahres stieg der Detailhandelsumsatz in der Schweiz zwar leicht um 0,3 Prozent an. Während der Trend im Lebensmittelsektor zudem stabil oder sogar eher positiv ist, sind die meisten Non-Food-Bereiche gemäss den Zahlen von GfK allerdings rückläufig. Dies dürfte sich auch zum umsatzstarken Jahresende hin nicht grundlegend ändern: «Weihnachten ist für Viele eine Gelegenheit, qualitativ bessere Produkte zu konsumieren, zum Beispiel teureres Fleisch», sagte ein Migros-Sprecher. Und das «In-Store Erlebnis» ist trotz der Menschenmassen in der Regel immer noch wichtig. «Weihnachten ist ein traditioneller Feiertag und das Konsumentenverhalten bleibt relativ konstant», hiess es vom Konkurrenten Coop. Die Hoffnung für Detailhändler auf ein starkes Weihnachtsgeschäft bleibt aber bestehen. Vor allem weil der 24. Dezember auf einen Montag fällt, haben die meisten Kunden am letzten Wochenende vor den Feiertagen nochmals genügend Zeit, um tief in die Taschen zu greifen und Geschenke und Lebensmittel zu kaufen. (SDA/Olivier Petitjean, AWP)

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