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Eigenständigkeit hat ihre Berechtigung oder wie das Telefonnetz virtuelle Grenzen auflöst» – könnte die Umschreibung dieser Anzeige lauten. Entdeckt im Bordmagazin der Alitalia während eines Fluges in unser temperamentvolles Nachbarland. Aufgefallen
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Eigenständigkeit hat ihre Berechtigung oder wie das Telefonnetz virtuelle Grenzen auflöst» – könnte die Umschreibung dieser Anzeige lauten. Entdeckt im Bordmagazin der Alitalia während eines Fluges in unser temperamentvolles Nachbarland. Aufgefallen ist die Präsenz der Schweiz – handelt es sich doch um eine mehr oder weniger europäische Kampagne. Aufgefallen auch darum, weil der Erscheinungstermin auf ein Datum vor der Abstimmung über die Bilateralen Verträge mit der Europäischen Union hinweist.Es ist also doch möglich gemeinsam aufzutreten, obschon man nicht im selben Club verkehrt – vorausgesetzt natürlich, dass dieselben Ziele anvisiert werden. In diesem Fall flächendeckend zu telefonieren. Und da zwischen den europäischen Staaten ein reger Personenaustausch stattfindet und wir ohne Handy bald nackter dastehen als ohne Lendenschurz, gehört das kleine Mobile einfach dazu – und somit wir abgebildet.Auf der anderen Seite ist es auch sympathisch zusammen mit der Nachbarschaft aufzutreten, zumal zwischen den einzelnen Parteien klare Grenzen gezogen sind – einzig bei der Gesichtswahl lässt sich noch nach den Auswahlkriterien rätseln. Und dass in unserem Falle nicht der Alpöhi bemalt worden ist, lässt auch wieder aufatmen. Chandra Kurt Sprachbeobachter Falsche Trennungen71 bis 80Falsche Trennung 71beispiellos Falsche Trennung 72 kommissionen Falsche Trennung 73 schreinerbetrieb Falsche Trennung 74 alleinschuld Falsche Trennung 75 missbrauchFalsche Trennung 76menschengemenge Falsche Trennung 77 brauereifenster Falsche Trennung 78 niederbeugen Falsche Trennung 79 dielendecke Falsche Trennung 80 osternachtBeat Gloor, www.textcontrol.ch Kolumne Der Copytest Von Simon FreiburghausHaben Sie an der letzten Abstimmung teilgenommen? Sie erinnern sich, es ging um Europa (nein, nicht um den EWR, das war vor 8 Jahren!) Endlich blochten die Stimmberechtigten in die andere Richtung, fanden die meisten von uns – zukunftsorientiert und fortschrittsgläubig wie wir Werber nun mal sind. Doch aufgepasst: Jetzt, wo der Personenverkehr freier und Freier werden wird (Achtung: Kalauer zum Thema grenzüberschreitender Sextourismus), geraten auch die Schweizer Werber unter Druck. Dabei wird man als Texter sowieso schon immer und immer wieder mit Aussagen wie diesen und ähnlichen konfrontiert: «Warum schreiben Sie nicht in der Überschrift, dass das Produkt neu ist?», «Schreiben Sie doch einfach, wie gut unsere Produkte sind.», «Meinen Sie wirklich, dass das alles gelesen wird?» (Und ich bin überzeugt, Texter, die das besser können, gibt es in Deutschland noch mehr als hier.)Warum bin ich denn Texter?, frage ich mich dann. Und warum zum Beispiel nicht Unternehmensberater? Wo ich doch alles neu erfinden könnte. Und niemand an meiner Corporate Vision zweifeln würde. Wozu auch? Schliesslich wäre ich viel teurer als ein Werbetexter. Dem ein Ausdruck wie «Total Customer Care Center» eh nie in den Sinn käme. Nun, wenn wir schon beim Thema sind: Wer liest eigentlich die WerbeWoche? Und wenn, was genau? Werden zum Beispiel Kolumnen gelesen? Meine, zum Beispiel? Hat Ihnen die letzte gefallen – diejenige mit der Mutter aller Turnschuhe (Sie erinnern sich, die mit den drei Schwangerschaftsstreifen)? Oder die vorletzte – über den ADC mit all den bekannten Bekannten (die jedes Jahr mehr oder weniger gewinnen)?Kritik, Lob und überhaupt Reaktionen bitte an simon.freiburghaus@fub.ch. (Und wenn kein einziges Mail kommt, ich schreibe trotzdem weiter. Auch Kolumnen.)
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Eigenständigkeit hat ihre Berechtigung oder wie das Telefonnetz virtuelle Grenzen auflöst» – könnte die Umschreibung dieser Anzeige lauten. Entdeckt im Bordmagazin der Alitalia während eines Fluges in unser temperamentvolles Nachbarland. Aufgefallen ist die Präsenz der Schweiz – handelt es sich doch um eine mehr oder weniger europäische Kampagne. Aufgefallen auch darum, weil der Erscheinungstermin auf ein Datum vor der Abstimmung über die Bilateralen Verträge mit der Europäischen Union hinweist.Es ist also doch möglich gemeinsam aufzutreten, obschon man nicht im selben Club verkehrt – vorausgesetzt natürlich, dass dieselben Ziele anvisiert werden. In diesem Fall flächendeckend zu telefonieren. Und da zwischen den europäischen Staaten ein reger Personenaustausch stattfindet und wir ohne Handy bald nackter dastehen als ohne Lendenschurz, gehört das kleine Mobile einfach dazu – und somit wir abgebildet.Auf der anderen Seite ist es auch sympathisch zusammen mit der Nachbarschaft aufzutreten, zumal zwischen den einzelnen Parteien klare Grenzen gezogen sind – einzig bei der Gesichtswahl lässt sich noch nach den Auswahlkriterien rätseln. Und dass in unserem Falle nicht der Alpöhi bemalt worden ist, lässt auch wieder aufatmen. Chandra Kurt Sprachbeobachter Falsche Trennungen71 bis 80Falsche Trennung 71beispiellos Falsche Trennung 72 kommissionen Falsche Trennung 73 schreinerbetrieb Falsche Trennung 74 alleinschuld Falsche Trennung 75 missbrauchFalsche Trennung 76menschengemenge Falsche Trennung 77 brauereifenster Falsche Trennung 78 niederbeugen Falsche Trennung 79 dielendecke Falsche Trennung 80 osternachtBeat Gloor, www.textcontrol.ch Kolumne Der Copytest Von Simon FreiburghausHaben Sie an der letzten Abstimmung teilgenommen? Sie erinnern sich, es ging um Europa (nein, nicht um den EWR, das war vor 8 Jahren!) Endlich blochten die Stimmberechtigten in die andere Richtung, fanden die meisten von uns – zukunftsorientiert und fortschrittsgläubig wie wir Werber nun mal sind. Doch aufgepasst: Jetzt, wo der Personenverkehr freier und Freier werden wird (Achtung: Kalauer zum Thema grenzüberschreitender Sextourismus), geraten auch die Schweizer Werber unter Druck. Dabei wird man als Texter sowieso schon immer und immer wieder mit Aussagen wie diesen und ähnlichen konfrontiert: «Warum schreiben Sie nicht in der Überschrift, dass das Produkt neu ist?», «Schreiben Sie doch einfach, wie gut unsere Produkte sind.», «Meinen Sie wirklich, dass das alles gelesen wird?» (Und ich bin überzeugt, Texter, die das besser können, gibt es in Deutschland noch mehr als hier.)Warum bin ich denn Texter?, frage ich mich dann. Und warum zum Beispiel nicht Unternehmensberater? Wo ich doch alles neu erfinden könnte. Und niemand an meiner Corporate Vision zweifeln würde. Wozu auch? Schliesslich wäre ich viel teurer als ein Werbetexter. Dem ein Ausdruck wie «Total Customer Care Center» eh nie in den Sinn käme. Nun, wenn wir schon beim Thema sind: Wer liest eigentlich die WerbeWoche? Und wenn, was genau? Werden zum Beispiel Kolumnen gelesen? Meine, zum Beispiel? Hat Ihnen die letzte gefallen – diejenige mit der Mutter aller Turnschuhe (Sie erinnern sich, die mit den drei Schwangerschaftsstreifen)? Oder die vorletzte – über den ADC mit all den bekannten Bekannten (die jedes Jahr mehr oder weniger gewinnen)?Kritik, Lob und überhaupt Reaktionen bitte an simon.freiburghaus@fub.ch. (Und wenn kein einziges Mail kommt, ich schreibe trotzdem weiter. Auch Kolumnen.)