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Hans-Peter Rohner, Direktionsmitglied der PubliGroupe, ist neuer Präsident des Sawi
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Hans-Peter Rohner, Direktionsmitglied der PubliGroupe, ist neuer Präsident des Sawi Der neue Präsident des Sawi, Hans-Peter Rohner, prophezeit dem nationalen Aus- und Weiterbildungsinstitut in Biel eine spannende Zukunft. Mit neuen Unterrichtsformen sollen die Kommunikationsberufe an die sich rasch wandelnden Marktverhältnisse angepasst werden. Das Sawi will zudem international tätig werden.Was reizt Sie am Präsidialamt?Rohner: 1974 habe ich am Sawi als Mediaplaner den Werbeassistentenkurs besucht. Zugleich war ich bereits Dozent am Sawi. Was mich nachhaltig beeindruckt hat, war der Ideen- und Erfahrungsaustausch. Die besondere Ambiance am Sawi hat massgeblich dazu beigetragen, dass ich mich im Alter von 21 Jahren entschieden habe, meine berufliche Laufbahn im Kommunikationsbereich anzutreten. Im Laufe der Jahre habe ich mich dann in verschiedenen Gremien des Sawi engagiert, unter anderem auch als Prüfungsexperte.Bestehen daneben auch emotionale Bindungen ans Sawi?Rohner: Das Sawi als Institution hat es mir einfach angetan. Deshalb konnte ich wohl auch nicht Nein sagen, als vor Jahresfrist mein Vorgänger René Hürlimann auf mich zukam mit der Bitte, das Präsidium zu übernehmen.Als Direktionsmitglied der PubliGroupe und Verantwortlicher für den europäischen, lateinamerikanischen und asiatischen Markt sind Sie beruflich gefordert. Warum haben Sie dieses Amt trotzdem übernommen?Rohner: Das Thema Ausbildung und insbesondere die Aus- und Weiterbildung der Kommunikationsfachleute in der Zukunft und die Förderung von Talenten interessieren mich brennend. Das Sawi als Ausbildungsunternehmen mit einem Jahresumsatz von zehn Millionen Franken und seinem breitgefächerten Angebot hat hier eine wichtige Aufgabe zu erfüllen. Die Institution Sawi steht ausserdem vor einer spannenden Wende zu neuen Unterrichtsformen wie zum Beispiel dem interaktiven Lernen. Das Sawi hat zudem die Absicht, sich international auszurichten, und da kann ich mit meinen Kontakten zum Ausland etwas einbringen. Im Bereich der Human Ressources wird es für Unternehmen, die in den nächsten Jahren Werbe- und Kommunikationsfachleute engagieren wollen, immer schwieriger werden, qualifizierte und talentierte Leute zu finden. Für die jungen Berufsleute wird andererseits das lebenslange Lernen eine noch ganz andere Bedeutung erhalten, als das bis anhin der Fall war.Was wollen Sie als Sawi-Präsident bewirken?Rohner: Ich habe grossen Respekt vor dieser Institution und möchte die Bemühungen zur Internationalisierung des Sawi vorantreiben. Das Sawi soll sich noch vermehrt als Ausbildungsstätte mit einem qualitativ hoch stehenden Angebot positionieren. Im Moment ist das Sawi führend in der Ausbildung in allen etablierten Berufen der Kommunikation. Das soll auch in Zukunft und für die neuen Berufe der Fall sein. Ist der notwendige Spirit dazu vorhanden?Rohner: Ich bin zuversichtlich, denn am Sawi herrscht zurzeit ein innovativer Geist auf operativer Seite. Dies erkennt man nicht zuletzt auch daran, was das Sawi in der Westschweiz auf die Beine gestellt hat. Für die Schweiz einmalig bietet Polycom in Lausanne als erste Institution ein nicht auf ein einziges Fachgebiet ausgerichtetes Angebot an, sondern verknüpft die Kommunikationsdisziplinen miteinander.Ist das Angebot des Sawi ohne Qualitätsverlust erweiterbar?Rohner: Heute ist das Sawi ein nationales Aus- und Weiterbildungsunternehmen mit Kurslokalen in der ganzen Schweiz. Das Sawi eifert dem Vorbild der Universitäten nach, die nebst dem wissenschaftlichen Unterbau eine praxisnahe Ausbildung anbieten, indem sie mit der Wirtschaft eng zusammenarbeiten. Damit soll auch beim Sawi verhindert werden, dass der Kursteilnehmer nur eine theoretische Ausbildung erhält, die zudem in der Qualität stark vom zuständigen Dozenten abhängt. Die Zeiten, in denen sich ein Dozent vor die Klasse hinstellt und die Kursteilnehmer glauben lässt, dass er das einzig Wahre erzählt, gehören bald der Vergangenheit an. Was sollen diese neuen Unterrichtsformen beinhalten?Rohner: Ich bin überzeugt, dass uns bezüglich neuer Unterrichtsformen spannende Zeiten bevorstehen. Ich denke dabei unter anderem an die Lösung von Fallbeispielen in direktem Kontakt zum entsprechenden Unternehmen. Für die Qualitätsgarantie des Unterrichts erscheinen mir auch internationale Kontakte unabdingbar. Es gibt ganz deutliche Signale dafür, dass die Wirtschaft Leute will, welche sich im internationalen Marktumfeld auskennen und bewegen können.Tatsache ist, dass immer mehr private Institute ähnliche Kurse wie das Sawi anbieten. Macht Ihnen diese Konkurrenz Sorgen?Rohner: Die Konkurrenz macht mir überhaupt keine Sorgen. Es braucht sie meines Erachtens sogar, weil sie auch immer wieder Ansporn ist, am Ball zu bleiben. Für Ausbildungsinteressierte ist es relativ schwierig, sich ein Bild machen zu können vom Ausbildungsangebot. Es gibt nebst den seriösen Mitbewerbern des Sawi auch einige nicht besonders gute Anbieter, die es an Seriosität fehlen lassen.Sie haben das Sawi als einzigartig in seiner Art qualifiziert. Worin besteht seine Einzigartigkeit?Rohner: Das Sawi hat als nationale Institution eine relativ kleine Organisation mit nur 30 vollamtlichen Angestellten und über 400 Dozenten, die nicht nur altersmässig, sondern auch von ihrer Berufsausrichtung her aus den unterschiedlichsten Gruppierungen kommen und einen maximalen Meinungs- und Ideenaustausch ermöglichen. Das Sawi ist zum eigentlichen Dorfplatz der Kommunikationsbranche geworden.Die Westschweiz wird bezüglich des Ausbildungsstandes der Kommunikationsfachleute und der Qualität der dort praktizierten Werbung in Deutschschweizer Kreisen gerne als Drittweltland bezeichnet. Wie beurteilen Sie die Anstrengungen des Sawi, diesem Ruf entgegenzuwirken?Rohner: Tatsache ist, dass im Werbemarkt eine überdurchschnittliche Konzentration in und rund um Zürich besteht und die Westschweiz bevölkerungsmässig etwa viermal kleiner ist als die übrige Schweiz. So ist es schwieriger, in der Westschweiz eine grosse Anzahl Interessenten und Kursteilnehmer zu finden. Darum zwingt die Kleinheit des Marktes immer wieder zu neuen und innovativen Lösungen. Dieser Druck hat zum Beispiel zur Lancierung von Polycom geführt. Wird das Sawi in nächster Zukunft auch eine Ausbildung für angehende Journalisten anbieten?Rohner: Das Sawi hat klare Statuten und Richtlinien. Diese schliessen eine Journalistenausbildung definitiv aus.Wie lange wollen Sie Präsident des Sawi sein?Rohner: Gemäss der neuen statutarischen Regelung ist der Präsident jeweils für zwei weitere Amtsperioden wählbar, und eine Amtszeit dauert drei Jahre. Das Sawi wird mich also spätestens nach neun Jahren wieder los sein. Interview: Anita Vaucher
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Hans-Peter Rohner, Direktionsmitglied der PubliGroupe, ist neuer Präsident des Sawi Der neue Präsident des Sawi, Hans-Peter Rohner, prophezeit dem nationalen Aus- und Weiterbildungsinstitut in Biel eine spannende Zukunft. Mit neuen Unterrichtsformen sollen die Kommunikationsberufe an die sich rasch wandelnden Marktverhältnisse angepasst werden. Das Sawi will zudem international tätig werden.Was reizt Sie am Präsidialamt?Rohner: 1974 habe ich am Sawi als Mediaplaner den Werbeassistentenkurs besucht. Zugleich war ich bereits Dozent am Sawi. Was mich nachhaltig beeindruckt hat, war der Ideen- und Erfahrungsaustausch. Die besondere Ambiance am Sawi hat massgeblich dazu beigetragen, dass ich mich im Alter von 21 Jahren entschieden habe, meine berufliche Laufbahn im Kommunikationsbereich anzutreten. Im Laufe der Jahre habe ich mich dann in verschiedenen Gremien des Sawi engagiert, unter anderem auch als Prüfungsexperte.Bestehen daneben auch emotionale Bindungen ans Sawi?Rohner: Das Sawi als Institution hat es mir einfach angetan. Deshalb konnte ich wohl auch nicht Nein sagen, als vor Jahresfrist mein Vorgänger René Hürlimann auf mich zukam mit der Bitte, das Präsidium zu übernehmen.Als Direktionsmitglied der PubliGroupe und Verantwortlicher für den europäischen, lateinamerikanischen und asiatischen Markt sind Sie beruflich gefordert. Warum haben Sie dieses Amt trotzdem übernommen?Rohner: Das Thema Ausbildung und insbesondere die Aus- und Weiterbildung der Kommunikationsfachleute in der Zukunft und die Förderung von Talenten interessieren mich brennend. Das Sawi als Ausbildungsunternehmen mit einem Jahresumsatz von zehn Millionen Franken und seinem breitgefächerten Angebot hat hier eine wichtige Aufgabe zu erfüllen. Die Institution Sawi steht ausserdem vor einer spannenden Wende zu neuen Unterrichtsformen wie zum Beispiel dem interaktiven Lernen. Das Sawi hat zudem die Absicht, sich international auszurichten, und da kann ich mit meinen Kontakten zum Ausland etwas einbringen. Im Bereich der Human Ressources wird es für Unternehmen, die in den nächsten Jahren Werbe- und Kommunikationsfachleute engagieren wollen, immer schwieriger werden, qualifizierte und talentierte Leute zu finden. Für die jungen Berufsleute wird andererseits das lebenslange Lernen eine noch ganz andere Bedeutung erhalten, als das bis anhin der Fall war.Was wollen Sie als Sawi-Präsident bewirken?Rohner: Ich habe grossen Respekt vor dieser Institution und möchte die Bemühungen zur Internationalisierung des Sawi vorantreiben. Das Sawi soll sich noch vermehrt als Ausbildungsstätte mit einem qualitativ hoch stehenden Angebot positionieren. Im Moment ist das Sawi führend in der Ausbildung in allen etablierten Berufen der Kommunikation. Das soll auch in Zukunft und für die neuen Berufe der Fall sein. Ist der notwendige Spirit dazu vorhanden?Rohner: Ich bin zuversichtlich, denn am Sawi herrscht zurzeit ein innovativer Geist auf operativer Seite. Dies erkennt man nicht zuletzt auch daran, was das Sawi in der Westschweiz auf die Beine gestellt hat. Für die Schweiz einmalig bietet Polycom in Lausanne als erste Institution ein nicht auf ein einziges Fachgebiet ausgerichtetes Angebot an, sondern verknüpft die Kommunikationsdisziplinen miteinander.Ist das Angebot des Sawi ohne Qualitätsverlust erweiterbar?Rohner: Heute ist das Sawi ein nationales Aus- und Weiterbildungsunternehmen mit Kurslokalen in der ganzen Schweiz. Das Sawi eifert dem Vorbild der Universitäten nach, die nebst dem wissenschaftlichen Unterbau eine praxisnahe Ausbildung anbieten, indem sie mit der Wirtschaft eng zusammenarbeiten. Damit soll auch beim Sawi verhindert werden, dass der Kursteilnehmer nur eine theoretische Ausbildung erhält, die zudem in der Qualität stark vom zuständigen Dozenten abhängt. Die Zeiten, in denen sich ein Dozent vor die Klasse hinstellt und die Kursteilnehmer glauben lässt, dass er das einzig Wahre erzählt, gehören bald der Vergangenheit an. Was sollen diese neuen Unterrichtsformen beinhalten?Rohner: Ich bin überzeugt, dass uns bezüglich neuer Unterrichtsformen spannende Zeiten bevorstehen. Ich denke dabei unter anderem an die Lösung von Fallbeispielen in direktem Kontakt zum entsprechenden Unternehmen. Für die Qualitätsgarantie des Unterrichts erscheinen mir auch internationale Kontakte unabdingbar. Es gibt ganz deutliche Signale dafür, dass die Wirtschaft Leute will, welche sich im internationalen Marktumfeld auskennen und bewegen können.Tatsache ist, dass immer mehr private Institute ähnliche Kurse wie das Sawi anbieten. Macht Ihnen diese Konkurrenz Sorgen?Rohner: Die Konkurrenz macht mir überhaupt keine Sorgen. Es braucht sie meines Erachtens sogar, weil sie auch immer wieder Ansporn ist, am Ball zu bleiben. Für Ausbildungsinteressierte ist es relativ schwierig, sich ein Bild machen zu können vom Ausbildungsangebot. Es gibt nebst den seriösen Mitbewerbern des Sawi auch einige nicht besonders gute Anbieter, die es an Seriosität fehlen lassen.Sie haben das Sawi als einzigartig in seiner Art qualifiziert. Worin besteht seine Einzigartigkeit?Rohner: Das Sawi hat als nationale Institution eine relativ kleine Organisation mit nur 30 vollamtlichen Angestellten und über 400 Dozenten, die nicht nur altersmässig, sondern auch von ihrer Berufsausrichtung her aus den unterschiedlichsten Gruppierungen kommen und einen maximalen Meinungs- und Ideenaustausch ermöglichen. Das Sawi ist zum eigentlichen Dorfplatz der Kommunikationsbranche geworden.Die Westschweiz wird bezüglich des Ausbildungsstandes der Kommunikationsfachleute und der Qualität der dort praktizierten Werbung in Deutschschweizer Kreisen gerne als Drittweltland bezeichnet. Wie beurteilen Sie die Anstrengungen des Sawi, diesem Ruf entgegenzuwirken?Rohner: Tatsache ist, dass im Werbemarkt eine überdurchschnittliche Konzentration in und rund um Zürich besteht und die Westschweiz bevölkerungsmässig etwa viermal kleiner ist als die übrige Schweiz. So ist es schwieriger, in der Westschweiz eine grosse Anzahl Interessenten und Kursteilnehmer zu finden. Darum zwingt die Kleinheit des Marktes immer wieder zu neuen und innovativen Lösungen. Dieser Druck hat zum Beispiel zur Lancierung von Polycom geführt. Wird das Sawi in nächster Zukunft auch eine Ausbildung für angehende Journalisten anbieten?Rohner: Das Sawi hat klare Statuten und Richtlinien. Diese schliessen eine Journalistenausbildung definitiv aus.Wie lange wollen Sie Präsident des Sawi sein?Rohner: Gemäss der neuen statutarischen Regelung ist der Präsident jeweils für zwei weitere Amtsperioden wählbar, und eine Amtszeit dauert drei Jahre. Das Sawi wird mich also spätestens nach neun Jahren wieder los sein. Interview: Anita Vaucher