Category
Lead
Die Schweizerische Depeschenagentur (sda) und die dpa-Tochter news aktuell haben gemeinsam die news aktuell Schweiz gegründet.
Content
Text
Die Schweizerische Depeschenagentur (sda) und die dpa-Tochter news aktuell haben gemeinsam die news aktuell Schweiz gegründet. Der neue Sprössling bietet ab September PR-Dienstleistungen an rund um den Versand von Texten, Bildern und Grafiken an die Medien. Zum gleichen Zeitpunkt hin gliedert die sda ihre bisherige PR-Plattform, den Originaltextservice ots, aus. Die Dienstleistungen Originalbildservice und Originalgrafikservice werden hingegen weiter ausgebaut. Geschäftsführer der neuen sda-Tochter in Zürich ist Hardy Jäggi. Terend zur Lust. «Die Menschen haben immer mehr Freizeit, die durch eine Beschäftigung gefüllt werden muss. Sexualität wird dadurch zunehmend gesellschaftsfähig und enttabuisiert.» Diese These findet sich im Buch «SexSells». Darin analysiert Thomas Jendrosch, wie ein Fruststrationspotenzial – ständig präsent durch Mangel an Sex – vom Marketing geschickt für die Werbung genutzt werden kann. «Tendenz steigend», lautet das Fazit des deutschen Wirtschaftsberaters und Marketingforschers. In intelligenten Analysen zeigt Jendrosch, wie die Grundmotive «Erotik» und «Sexualität» Eingang in die Werbung finden. Und dort ihre Wirkung nicht verfehlen, denn «wer nicht kann, möchte so tun als ob». Das Buch liefert zusätzlich eine Bestandesaufnahme, wie und wo Sex auch als Inhalt in den heutigen Medien immer mehr präsent ist. «SexSells» ist im GIT-Verlag erschienen und natürlich (natürlich!) reich bebildert. Ärger um Tina. Mit einem riesigen Publikumserfolg sind am Wochenende in Zürich zwei Konzerte von Tina Turner über die Bühne gegangen. Einer hochkarätigen Swisscom-Delegation brachte der Eröffnungsabend aber nur Verdruss. So sehr, dass sie das Letzigrundstadion noch vor Konzertbeginn verliess. Ein «für sehr viel Geld» von Swisscom in Auftrag gegebener Film über die Karriere von Tina Turner hat nämlich jemand im Stress rund um den Liveact im Stadion schlicht vergessen abzuspielen. Auch das Logo von Swisscom als Hauptsponsor des Konzerts hat somit an diesem Eröffnungsabend natürlich keiner der 45000 Fans in der filmisch verstärkten Wirkung zur Kenntnis genommen. SVP-Kampagne: Doch vor den Kadi? «Kosovo-Albaner nein» stand 1998 gross auf den Abstimmungsplakaten der Stadtzürcher SVP. Und viel kleiner darüber: «Kontaktnetz für». Für die Bezirksanwaltschaft Zürich war trotzdem der sachliche Zusammenhang zu erkennen und damit die Aussage nicht rassistisch. Sie stellte im Dezember 1998 die Strafuntersuchung ein – und muss sie nun wieder aufnehmen. Das Bezirksgericht gab laut einem Bericht des Tages-Anzeigers einer Beschwerde recht und widersprach der Bezirksanwaltschaft: Durch den Schriftgrössenunterschied sei die vorrangige Botschaft «Kosovo-Albaner nein», und es sei daher zu vermuten, dass auswärtigen Pendlern der lokalpolitische Hintergrund dieser Botschaft nicht bekannt gewesen sei. Unique sahnt ab. Erst hagelte es heftige Kritik auf das teure CD des Flughafens Zürich, dann regnete es Preise: Bei den Excellence in Airport Communications Awards kassierte das Unique-Konzept drei Auszeichnungen. Die Awards wurden von der Europäischen Sektion des Airports Council International verliehen. Gold gewann die Unique-Flughafenzeitschrift, die fortan behaupten kann, die beste Europas zu sein. Für die Broschüre und die Website nahm Zürich Bronze in Empfang. Das neue Kommunikationskonzept wird also zumindest von der eigenen Branche geschätzt.uppercut von whs. «Das Leben ist eine Schlagzeile. Wir bleiben dran.» So lautet der Titel eines kürzlich im Werd Verlag erschienenen Buches, das mit Blick auf die Tages-Anzeiger-Werbung der letzten Jahre Macht und Weihe des gedruckten Wortes nachspürt. Ein von WHS Zürich konzipiertes, in «Kopfauslage» fightendes Visual nimmt den Buchtitel wörtlich: Das doppelseitige Motiv, das die mit Boxhandschuhen versehenen Typenarme einer mechanischen Schreibmaschine abbildet, schickt den Leser in sich. Auf einen Schlag erzeugt die Anzeige ein nicht mehr enden wollendes Nachdenken etwa über den Nutzen des geschriebenen verbalen Schlagabtausches, über geistiges Durchtrainiertsein, die Schläge, die das Leben austeilt, über psychische Nehmerqualitäten, den Sinn des Sichdurchboxens. Mag doch der Leser entscheiden, was gefällt: Werbung für das Buch oder das Buch selbst.TV 3 muss Unterbrecherwerbung einstellen. Programme wie «Fohrler live» sind zusammenhängende Sendungen, auch wenn nach der Hälfte eine Wettersendung eingeblendet wird. Sie dürfen deshalb nicht durch Werbung unterbrochen werden. Diesen Entscheid des Bundesamts für Kommunikation (Bakom) hat das Departement für Umwelt, Verkehr, Energie, Kommunikation (Uvek) bestätigt und die Beschwerde von TV 3 abgewiesen. Der Sender hat nun drei Monate Zeit, die nötigen Programmanpassungen vorzunehmen. TV 3 zeigt sich enttäuscht über den Entscheid des Uvek und will ihn vors Bundesgericht ziehen. Geschäftsführer Jürg Wildberger erklärte, das Departement lege das Gesetz übertrieben streng aus.Bye bye wirbt um Schwarzfahrer. «Schwarz gefahren?…blau machen!» Mit dem leicht irritierenden Slogan werden in Trams der Zürcher Verkehrsbetriebe (VBZ) zurzeit Schwarzfahrer beworben. Wer nämlich gemäss dem Kleingedruckten auf dem Plakat bei der VBZ eine Busse fürs Schwarzfahren einfährt, bekommt die 50 Franken umgehend beim Buchen seiner nächsten Reise mit Bye Bye Holiday and Travel wieder zurück. «Die VBZ haben die Idee lustig gefunden und vom Rechtsdienst klären lassen», erklärt Bernard Germanier vom Berner Bye-Bye-Büro. «Die 14- bis 29-Jährigen sind Medienprofis. Die wissen, wie traditionelle Marketingstrategien funktionieren. Und sie wollen clever beworben werden. Jugendmarketing lässt sich nicht auf einen voll-fetten Jargon reduzieren», meint Bye Bye Travel, wo man die Idee «zusammen mit jungen Menschen lanciert und entwickelt» hat. In Bern wurden bereits erste Bussenzettel aus Zürich für eine Billigreise an Zahlung genommen. Editorial Geschonte Zürcher Vermarkter Das digitale TV-Experiment stürzte Leo Kirch vor drei Jahren in Milliardenschulden. Doch dieses Abenteuer hatte auch seine guten Seiten: Kirch war gezwungen, seine TV-Sender endlich rentabler zu machen. Dass sich dabei das ertragsschwache Sat 1 an die erfolgreichen Pro 7-Sender anlehnt, macht Sinn.Doch ob die neue Konstruktion auch für den Werbemarkt eine gute Lösung ist, die insgesamt die Plattform TV stärken wird, steht noch dahin. Bei der Verschmelzung der Sender geht es laut Absichtsbekundung um viel mehr, als nur darum, beim Backoffice einige Millionen einzusparen. Synergien sollen in grösserem Umfang auch im Programmbereich genutzt werden. Doch da scheiden sich die Geister. Verwertungsketten im Programm stärken und gleichzeitig die Profile der beteiligten Sender schärfen, das ist ein Widerspruch in sich. Wenn Gleiches auf verschiedenen Kanälen noch intensiver abgenudelt wird, gleichen sich die Sender am Schluss wie die Eier in den Migrosregalen. Und auch der neue gemeinsame Newsprovider N 24, der alle Sender versorgt, könnte mehr zur Verwischung denn zur angekündigten Profilierung der Sender beitragen.Greifbare Vorteile lässt hingegen die Zusammenlegung der Vermarktungen aller Sender erwarten. Sie verspricht Vereinfachungen für die Werbewirtschaft und bessere Angebote dank einer akzentuierten Konkurrenzposition zu den Sendern der RTL-Gruppe. Doch das gilt vorerst nicht für die Werbefenstervermarkter in der Schweiz: Die IPM darf Pro 7 und Kabel 1 vorläufig im Portefeuille behalten, obschon sie auch die Konkurrenten RTL und RTL2 vermarktet. Die Cinecom hingegen, die offen für weitere Sender wäre, muss sich vorderhand mit Sat 1 begnügen. Damit belässt der Pro 7/Sat 1-Steuermann Urs Rohner die Kirche in seiner Heimatstadt Zürich zwar im Dorf, die versprochene aggressivere Konkurrenzkonstellation bleibt in der Schweiz aber auf der Strecke. Das Nachsehen hat die Werbung treibende Wirtschaft. Vorläufig noch. Daniel Schifferle
Date
Magazine
Main story
Aus
Top Artikel
Aus
Category migration source
Body migration source
Die Schweizerische Depeschenagentur (sda) und die dpa-Tochter news aktuell haben gemeinsam die news aktuell Schweiz gegründet. Der neue Sprössling bietet ab September PR-Dienstleistungen an rund um den Versand von Texten, Bildern und Grafiken an die Medien. Zum gleichen Zeitpunkt hin gliedert die sda ihre bisherige PR-Plattform, den Originaltextservice ots, aus. Die Dienstleistungen Originalbildservice und Originalgrafikservice werden hingegen weiter ausgebaut. Geschäftsführer der neuen sda-Tochter in Zürich ist Hardy Jäggi. Terend zur Lust. «Die Menschen haben immer mehr Freizeit, die durch eine Beschäftigung gefüllt werden muss. Sexualität wird dadurch zunehmend gesellschaftsfähig und enttabuisiert.» Diese These findet sich im Buch «SexSells». Darin analysiert Thomas Jendrosch, wie ein Fruststrationspotenzial – ständig präsent durch Mangel an Sex – vom Marketing geschickt für die Werbung genutzt werden kann. «Tendenz steigend», lautet das Fazit des deutschen Wirtschaftsberaters und Marketingforschers. In intelligenten Analysen zeigt Jendrosch, wie die Grundmotive «Erotik» und «Sexualität» Eingang in die Werbung finden. Und dort ihre Wirkung nicht verfehlen, denn «wer nicht kann, möchte so tun als ob». Das Buch liefert zusätzlich eine Bestandesaufnahme, wie und wo Sex auch als Inhalt in den heutigen Medien immer mehr präsent ist. «SexSells» ist im GIT-Verlag erschienen und natürlich (natürlich!) reich bebildert. Ärger um Tina. Mit einem riesigen Publikumserfolg sind am Wochenende in Zürich zwei Konzerte von Tina Turner über die Bühne gegangen. Einer hochkarätigen Swisscom-Delegation brachte der Eröffnungsabend aber nur Verdruss. So sehr, dass sie das Letzigrundstadion noch vor Konzertbeginn verliess. Ein «für sehr viel Geld» von Swisscom in Auftrag gegebener Film über die Karriere von Tina Turner hat nämlich jemand im Stress rund um den Liveact im Stadion schlicht vergessen abzuspielen. Auch das Logo von Swisscom als Hauptsponsor des Konzerts hat somit an diesem Eröffnungsabend natürlich keiner der 45000 Fans in der filmisch verstärkten Wirkung zur Kenntnis genommen. SVP-Kampagne: Doch vor den Kadi? «Kosovo-Albaner nein» stand 1998 gross auf den Abstimmungsplakaten der Stadtzürcher SVP. Und viel kleiner darüber: «Kontaktnetz für». Für die Bezirksanwaltschaft Zürich war trotzdem der sachliche Zusammenhang zu erkennen und damit die Aussage nicht rassistisch. Sie stellte im Dezember 1998 die Strafuntersuchung ein – und muss sie nun wieder aufnehmen. Das Bezirksgericht gab laut einem Bericht des Tages-Anzeigers einer Beschwerde recht und widersprach der Bezirksanwaltschaft: Durch den Schriftgrössenunterschied sei die vorrangige Botschaft «Kosovo-Albaner nein», und es sei daher zu vermuten, dass auswärtigen Pendlern der lokalpolitische Hintergrund dieser Botschaft nicht bekannt gewesen sei. Unique sahnt ab. Erst hagelte es heftige Kritik auf das teure CD des Flughafens Zürich, dann regnete es Preise: Bei den Excellence in Airport Communications Awards kassierte das Unique-Konzept drei Auszeichnungen. Die Awards wurden von der Europäischen Sektion des Airports Council International verliehen. Gold gewann die Unique-Flughafenzeitschrift, die fortan behaupten kann, die beste Europas zu sein. Für die Broschüre und die Website nahm Zürich Bronze in Empfang. Das neue Kommunikationskonzept wird also zumindest von der eigenen Branche geschätzt.uppercut von whs. «Das Leben ist eine Schlagzeile. Wir bleiben dran.» So lautet der Titel eines kürzlich im Werd Verlag erschienenen Buches, das mit Blick auf die Tages-Anzeiger-Werbung der letzten Jahre Macht und Weihe des gedruckten Wortes nachspürt. Ein von WHS Zürich konzipiertes, in «Kopfauslage» fightendes Visual nimmt den Buchtitel wörtlich: Das doppelseitige Motiv, das die mit Boxhandschuhen versehenen Typenarme einer mechanischen Schreibmaschine abbildet, schickt den Leser in sich. Auf einen Schlag erzeugt die Anzeige ein nicht mehr enden wollendes Nachdenken etwa über den Nutzen des geschriebenen verbalen Schlagabtausches, über geistiges Durchtrainiertsein, die Schläge, die das Leben austeilt, über psychische Nehmerqualitäten, den Sinn des Sichdurchboxens. Mag doch der Leser entscheiden, was gefällt: Werbung für das Buch oder das Buch selbst.TV 3 muss Unterbrecherwerbung einstellen. Programme wie «Fohrler live» sind zusammenhängende Sendungen, auch wenn nach der Hälfte eine Wettersendung eingeblendet wird. Sie dürfen deshalb nicht durch Werbung unterbrochen werden. Diesen Entscheid des Bundesamts für Kommunikation (Bakom) hat das Departement für Umwelt, Verkehr, Energie, Kommunikation (Uvek) bestätigt und die Beschwerde von TV 3 abgewiesen. Der Sender hat nun drei Monate Zeit, die nötigen Programmanpassungen vorzunehmen. TV 3 zeigt sich enttäuscht über den Entscheid des Uvek und will ihn vors Bundesgericht ziehen. Geschäftsführer Jürg Wildberger erklärte, das Departement lege das Gesetz übertrieben streng aus.Bye bye wirbt um Schwarzfahrer. «Schwarz gefahren?…blau machen!» Mit dem leicht irritierenden Slogan werden in Trams der Zürcher Verkehrsbetriebe (VBZ) zurzeit Schwarzfahrer beworben. Wer nämlich gemäss dem Kleingedruckten auf dem Plakat bei der VBZ eine Busse fürs Schwarzfahren einfährt, bekommt die 50 Franken umgehend beim Buchen seiner nächsten Reise mit Bye Bye Holiday and Travel wieder zurück. «Die VBZ haben die Idee lustig gefunden und vom Rechtsdienst klären lassen», erklärt Bernard Germanier vom Berner Bye-Bye-Büro. «Die 14- bis 29-Jährigen sind Medienprofis. Die wissen, wie traditionelle Marketingstrategien funktionieren. Und sie wollen clever beworben werden. Jugendmarketing lässt sich nicht auf einen voll-fetten Jargon reduzieren», meint Bye Bye Travel, wo man die Idee «zusammen mit jungen Menschen lanciert und entwickelt» hat. In Bern wurden bereits erste Bussenzettel aus Zürich für eine Billigreise an Zahlung genommen. Editorial Geschonte Zürcher Vermarkter Das digitale TV-Experiment stürzte Leo Kirch vor drei Jahren in Milliardenschulden. Doch dieses Abenteuer hatte auch seine guten Seiten: Kirch war gezwungen, seine TV-Sender endlich rentabler zu machen. Dass sich dabei das ertragsschwache Sat 1 an die erfolgreichen Pro 7-Sender anlehnt, macht Sinn.Doch ob die neue Konstruktion auch für den Werbemarkt eine gute Lösung ist, die insgesamt die Plattform TV stärken wird, steht noch dahin. Bei der Verschmelzung der Sender geht es laut Absichtsbekundung um viel mehr, als nur darum, beim Backoffice einige Millionen einzusparen. Synergien sollen in grösserem Umfang auch im Programmbereich genutzt werden. Doch da scheiden sich die Geister. Verwertungsketten im Programm stärken und gleichzeitig die Profile der beteiligten Sender schärfen, das ist ein Widerspruch in sich. Wenn Gleiches auf verschiedenen Kanälen noch intensiver abgenudelt wird, gleichen sich die Sender am Schluss wie die Eier in den Migrosregalen. Und auch der neue gemeinsame Newsprovider N 24, der alle Sender versorgt, könnte mehr zur Verwischung denn zur angekündigten Profilierung der Sender beitragen.Greifbare Vorteile lässt hingegen die Zusammenlegung der Vermarktungen aller Sender erwarten. Sie verspricht Vereinfachungen für die Werbewirtschaft und bessere Angebote dank einer akzentuierten Konkurrenzposition zu den Sendern der RTL-Gruppe. Doch das gilt vorerst nicht für die Werbefenstervermarkter in der Schweiz: Die IPM darf Pro 7 und Kabel 1 vorläufig im Portefeuille behalten, obschon sie auch die Konkurrenten RTL und RTL2 vermarktet. Die Cinecom hingegen, die offen für weitere Sender wäre, muss sich vorderhand mit Sat 1 begnügen. Damit belässt der Pro 7/Sat 1-Steuermann Urs Rohner die Kirche in seiner Heimatstadt Zürich zwar im Dorf, die versprochene aggressivere Konkurrenzkonstellation bleibt in der Schweiz aber auf der Strecke. Das Nachsehen hat die Werbung treibende Wirtschaft. Vorläufig noch. Daniel Schifferle